Manuel Fröhlich Kaffee

«An die Filter, fertig los»

Filterkaffee ist im Trend. Vermehrt bekommt diese alte neue Zubereitungsart auch Aufmerksamkeit in den Tages- und Publikumszeitungen. Die Zeit berichtet heute im Artikel «An die Filter, fertig los» vom Barista-Camp im deutschen Tornow am See:

Im Foyer des Hauses stehen auf einer Arbeitsfläche Wasserkocher, Kannen zum Aufgießen, Keramikfilter, Mühlen, Glaskolben und eine Waage bereit. Krésten zieht Kaffeebohnen aus der Rückentasche seines Trikots. «Proud Mary, Filter roasted, Geisha washed», steht auf der Verpackung, die Bohnen kommen aus Panama. 125 Gramm kosten umgerechnet etwa 34 Euro. Krésten wiegt exakt 15 Gramm ab und mahlt die Bohnen so, dass der Mahlgrad mit der Filterbrühtechnik übereinstimmt. «Ziemlich grob, aber nicht so grob wie für eine Frenchpress», sagt Krésten.

So neu ist der Trend natürlich nicht mehr. Seit 2010 bieten wir in unserem Shop bereits Accessoires für Filterkaffee an. Und seit 2011 findet der jährliche World Brewers Cup statt.

Für Handelsblatt-Kolumnist und Werber Stefan Kolle ist der Comeback des Filterkaffees ein Bilderbuch-Beispiel für die Entstehung eines Hypes – und die Ankunft im Mainstream ein untrügliches Zeichen für den Anfang seines Endes:

Woher kommt die Trendwende? Ganz einfach: Spätestens seit der bundesweiten Haushaltsabdeckung mit Kaffee-Pads und -Kapseln ist der einst für distinguierten Genuss stehende Italo-Kaffee langweilig. Wenn es in jeder Wohnküche guten Espresso gibt, was machen dann die Trendsetter, um sich von der öden Masse abzuheben? Sie besinnen sich auf das Manufactum-Prinzip: «Es gibt sie noch, die guten Dinge.» Dass jetzt selbst Hochglanz-Klatschmagazine auf mehrseitigen Strecken Filterkaffee feiern, garniert von Kaufempfehlungen für Handfilter, Kaffeemaschine und Thermoskanne, zeigt, der Trend ist rasend schnell im Mainstream angekommen.

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