Manuel Fröhlich Kaffee

Jahreswechsel in Peru

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Thomas Schwegler, unser befreundeter Kaffeebauer, der in Peru zusammen mit seiner Frau den Tropical Mountain Kaffee anbaut, hat uns in einem Newsletter über seine Erlebnisse in Peru berichtet:

Nach meiner Peru-Reise rund um den Jahreswechsel kam ich mit neuen Erkenntnissen zurück: Die Ineffizienz in der Arbeitsweise vor Ort kostet nicht nur Geld sondern zehrt deftig an den Nerven, denn schlussendlich bin auch ich ein manchmal rastloser und auf Effizienz getrimmter Schweizer. Die Umstände haben aber auch eine schöne Seite. Die Menschen haben Zeit, leben im Jetzt, sorgen sich fast gar nicht über die Zukunft und nehmen die Dinge wie sie kommen. So konnte ich meinen Mechanismus etwas herunterfahren und kam körperlich etwas müde, aber geistig frisch in die Schweiz zurück.

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Der Zylider für die Trocknungsanlage, teil einer ganzen Verarbeitungsanlage für Rohkaffee (dabei werden die Kaffeekirschen geschält, fermentiert, sortiert, gewaschen und getrocknet) welche wir dieses Jahr fertigstellen.

Unsere Mitarbeiter sind unglaublich kreativ, praktisch veranlagt und Meister der Ausreden. Ich lerne immer wieder was dazu, staune über die Herzlichkeit und Dreistigkeit und über Aussagen, die meisterhaft improvisierten Lügengeschichten gleichkommen. Es geht um Geschichten, warum man wie viel oder wie wenig gearbeitet hat oder warum man auch beim fünften Mal nicht wie abgemacht erschienen ist. Anstatt der Wahrheit auf den Grund zu kommen bleibe ich oft mit einem latenten Mitleidsgefühl zurück, welches ich nicht einordnen kann. Das kann damit zusammen hängen, dass ich Armut sehe, diese aber nur von mir als Armut wahrgenommen wird. Vielleicht spielt auch die Einsicht eine Rolle, dass ich im Moment nur sehr beschränkt Einfluss nehmen kann auf das Leben der Menschen hier.

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Noch sind die Beeren grün, doch schon in 5 Monaten sind sie reif für die Ernte.

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Das Jahr 2016 begann für mich mit einem Highlight. Ich bekam von einigen Mitarbeitern vor meiner Rückreise in die Schweiz ein Abschiedsfrühstück: 7 Uhr morgens – Meerschweinchen gebraten.

Ich überlege mir, wo die Lebensqualität ganz abgesehen vom materiellen Dingen grösser ist. In den Dörfern um Villa Vista oder bei uns? Ich kann die Frage nicht schlüssig beantworten. Es ist schwer zu erklären, aber den Lebensrythmus hier in Peru muss man selber erleben. Wir haben das Privileg, «far off the beaten track», auf unserer Farm Kaffee anbauen zu können, und mit den Menschen gemeinsam in einer für uns Europäer wenig bekannten Realität zu leben. Eine Realität, welche mich einerseits Kraft kostet, andererseits aber viel Energie gibt für die Schweiz, wo die Zeit rar ist und das bewusste Innehalten eine Kunst, welche mindestens so schwer zu erlernen ist wie der Kaffeeanbau.

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Wie jedes Jahr veranstalteten wir auch dieses Jahr, eine Weihnachtsfeier für die Kinder von Villa Vista und der ganzen Region (nochmals ganz herzlichen Dank an die Spender!). Aufgrund des Verkehrschaos um Weihnachten rum, kamen die 100 in Lima gekauften Kinder-Geschenke erst nach 3 Tagen Busfahrt bei uns auf der Farm an, so dass wir das Fest kurzfristig verschieben mussten.

Manuel Fröhlich Kaffee

Café Santo Domingo

In der Karibik werden nicht exzellente Zigarren und Rums produziert. Auch Kaffee gedeiht im feucht-warmen Karibikklima prächtig. Bekannt und beliebt ist etwa der Café Cubita, der in den steilen Hängen der Sierra Maestra im Osten Kubas gedeiht und vollständig in Handarbeit verarbeitet wird. Aufmerksamkeit verdient auch die Dominikanische Republik. Die Nachbarinsel Kubas hat eine lebendige Kaffeekultur. Der wichtigste Anbieter heisst Indoban und produziert seit 1945 Kaffee für die Heimmarkt und den Export.

Indoban ist ein Familienunternehmen, das alle Stufen der Wertschöpfungskette kontrolliert. Der Betrieb ist im Besitz eigener Farmen und Plantagen und Aufbereitungsanlagen. Der Kaffee wird nass aufbereitet, entpulpt und schonend getrocknet. Schliesslich wird er in der eigenen Rösterei in der Dominikanischen Republik geröstet. Das Unternehmen betreibt zudem eine eigene Fahrzeug-Flotte, welche die ganze Insel mit frischem Kaffee versorgt.

In der Dominikanischen Republik werden die Varietäten Arabica und Robusta angebaut. Wie die Kaffees aus Kuba zeichnen sich auch dominikanische Bohnen durch einen intensiven Geschmack mit fruchtigen Säure-Noten aus. Auf der Insel wird der Kaffee bevorzugt als Espresso getrunken, im Alltag meist mit der Mokka-Kanne zubereitet und mit einem guten Schuss Zucker serviert.

Die Röstungen von Indoban haben die dominikanische Kaffeekultur mitgeprägt und bringen die Eigenschaften des dominikanischen Kaffees gut zur Geltung. Die Spitzenröstung Café Santo Domingo wird aus Arabica-Bohnen der Regionen Rancho Arriba und Hato Mayor geblendet und zeichnet sich durch einen erdigen Geschmack mit fruchtigen Säuren und einer cremigen Konsistenz aus.

Der gute Geschmack darf mit gutem Gewissen genossen werden. Indoban ist ein dominikanischer Vorzeigebetrieb, der auf Qualität und gute Arbeitsbedingungen setzt und so sein Werbeversprechen einlösen kann: Das Paradies in jeder Tasse!

Manuel Fröhlich Kaffee

Direkt aus dem peruanischen Paradies

Dieser Mann ist mutig: Nach einer Karriere als Kaffeehändler übernahm Thomas Schwegler zusammen mit seiner peruanischen Frau eine Kaffeefarm in Zentralperu. Auf unwegsamem aber fruchtbarem Gelände baut die Familie Arabica-Varietäten an. Das subtropische Klima und die Höhenlage von 1300 bis 1800 m.ü.M. bieten sehr gute Voraussetzungen für den Kaffeeanbau. Nach der Ernte lässt die Familie die Bohnen nass aufbereiten, bevor sie in die Schweiz verschifft und von einer Schweizer Rösterei geröstet werden. Eine Single-Farm-Spezialität direkt vom Kaffeebauern, mit Herzblut und Respekt für die Umwelt produziert.

Die erste Ernte der Tropical-Mountains-Farm ist jetzt eingebracht und bietet Anlass zur Freude. Ein Kaffee mit Marzipan-Bouquet, Zitrus- und Bitterorange-Noten. Im April kann man diesen besonderen Espresso im Manuel’s  in Zürich probieren. Zudem ist die Röstung ab sofort auch bei uns im Online-Shop erhältlich.

Manuel Fröhlich Kaffee

«Statussymbol des domestizierten Mannes»

In «Statussymbol des domestizierten Mannes» schreibt Michèle Binzwanger im Blogmag des Tages-Anzeigers über Männer und ihre Faszination für die Espresso-Zubereitung. Long story short: Männer lieben Maschinen.

(..) Bestimmt gibt es eine tiefenpsychologische Erklärung dafür. So soll ja der Hang zum Fetisch zumindest in sexuellen Belangen eine Fehlstellung des Identitätsgefühls überbrücken, heisst es. Auf die Kaffeemaschine übertragen, könnte man diese als Übergangsobjekt einer sich tendenziell in Bedrängnis fühlenden Männlichkeit interpretieren, die hier ihre Objektbeziehungsfantasie noch ungehemmt ausleben darf. Vielleicht ist es aber auch ungleich prosaischer, nämlich so, wie es mir ein befreundeter Kaffeemaschinenfetischist erklärt hat: Die Kaffeemaschine ist schlicht eine Art Dampfmaschine, die mit ihrem Zischen und Dampfen das Kind im Manne anspricht.

Manuel Fröhlich Cafés

«Führung durch Zürichs Cafés: Mehr als nur Kaffeesatzlesen»

Die NZZ hat eine Führung durch Zürichs Café-Landschaft mitgemacht und schreibt darüber im Artikel «Führung durch Zürichs Cafés: Mehr als nur Kaffeesatzlesen»:

Man mag in Zürich das Aussterben der grossen Kaffeehäuser beklagen. Auf der anderen Seite ist die Stadt voll von Nischen und Geschichten zum Koffein und bietet darüber hinaus an mehr und mehr Orten auch hochwertigen Genuss. Einblicke in die Vergangenheit und Gegenwart liefert die rund zweistündige Stadtführung «Kaffee und Cafés», die auf privater Basis monatlich am Sonntag stattfindet und unter der Woche auch für Gruppen gebucht werden kann.

Manuel Fröhlich Kaffee

«Ich trinke täglich 150 Tassen»

Mathias Bühler ist der amtierende Cup-Tasting-Meister der Schweiz und bereitet sich aktuell auf die Cup-Tasting-Weltmeisterschaften vor, die nächste Woche in Australien ausgetragen werden. Der Blick hat ihn beim Training besucht:

Nein, Mathias Bühler (29) hat in letzter Zeit nicht immer gut geschlafen. Er führt in diesen Wochen sein eigenes Trainingslager durch, bereitet sich auf die «Cup Taster»-WM von nächster Woche in Melbourne vor. Das Programm: «Ich trinke fast täglich 150 Tassen Kaffee.»

Zwar spuckt er diesen gleich wieder aus, exakt wie bei einer Wein-Degu. «Aber ich musste merken, dass das Koffein durch die Schleimhäute trotzdem in den Körper gelangt. Es gab die eine oder andere Nacht, in der ich wenig schlief.»

Manuel Fröhlich Kaffee

Coffee Circle will in die Migros-Regale

Das Wall Street Journal wirft im Artikel «Coffee Circle: Kaffee vom Ähtiopier von nebenan» einen Blick hinter die (wirtschaftlichen) Kulissen von Coffee Circle. Das deutsche Start-up verfolgt ein Direct-Trade-Modell mit Spezialitätenkaffees aus Äthiopien und spendet je verkauftem Kilgramm einen Euro für soziale Projekte, die direkt den Kaffee-Kooperativen zu Gute kommen.

Vier Jahre nach dem Start arbeitet Coffee Circle noch nicht profitabel, heisst es im Artikel. Im März hat Coffee Circle neues Kapital aufgenommen, und plant nun eine breitere Distribution, auch im Detailhandel. Besondere Hoffnungen setzt Coffee Circle auf die Schweiz. Hier ist der fair gehandelte Kaffee seit letztem Herbst erhältlich – seit dem Start auch bei uns im Online-Shop.

Und jetzt ist es Coffee Circle offenbar gelungen, die Migros als wichtigen Partner zu gewinnen. Ab Dezember soll Coffee-Circle-Kaffee in den Migros-Regalen stehen.

Manuel Fröhlich Cafés

«Kaffeemeister hinter der Maschine»

Die Zeit stellte gestern in der Serie «Beruf der Woche» den Barista-Beruf vor. Zur Sprache kommen mögliche Ausbildungswege. Der Artikel bescheinigt dem Barista-Beruf «gute Zeiten», die Spezialitätenkaffee-Branche wachse. In Deutschland seien die Kaffeespezialisten aber immer noch schlecht bezahlt.

Der Arbeitstag eines Barista beginnt damit, seine Maschine und die Mühle einzustellen. Bei der Dosierung des Kaffees kommt es auch stark auf die Luftfeuchtigkeit an, denn die hat Einfluss darauf, wie gut der Kaffee zu mahlen ist. Ferner ist wichtig, in welcher Geschwindigkeit das Wasser durch den Kaffee läuft. Geht es zu langsam, schmeckt der Kaffee bitter, läuft es zu schnell durch, wird er sauer. (..)

Manuel Fröhlich Kaffee

«Die Crème de la Crema»

Das Stil-Ressort der Welt hat sich einen Überblick über Trends im Spezialitäten-Kaffee-Segment verschafft (Die Crème de la Crema). Zu Wort kommt unter anderem der Schweizer Barista-Meister 2013 Shem Leupin:

Shem Leupin ist ein höflicher Mensch. Auf die Frage, was er von Espresso halte, der aus einer Kapsel stammt, sagt er: «Schon okay. Damit bekommt man ein konstantes Produkt hin.» Aber so ganz kann es sich der 32-Jährige, der beim Zürcher Kaffee-Produzenten Stoll unter anderem für Rohkaffee-Einkauf und Lehrgänge zuständig ist, doch nicht verkneifen: «Wenn ich großen Hunger habe, greife ich auch manchmal zu Mikrowellenkost. Aber eine Mikrowelle kann kein Gourmetmenü kochen.»

Leupin gehört zu einer neuen Generation von Baristas (also Profis der Kaffee-Zubereitung), die sich von ihrem Platz hinter der Maschine emanzipieren und als Einkäufer, Trainer oder Röster arbeiten. So entsteht ein ganz eigenes Expertentum rund um die «Third Wave», wie man die dritte Welle der Kaffee-Bewegung nennt. Mit der ersten Welle ist die Filterkaffeephase der 50er- und 60er-Jahre gemeint, mit der zweiten jene der Espressogetränke, die in den 90ern in Mode kamen.

Manuel Fröhlich Kaffee

«Afrika in der Tasse»

Der Name Johanna Wechselberger ist vielen Kaffeeliebhabern ein Begriff. Sie ist die Autorin des Standardwerks Das Kaffeebuch. Ihr zweites Buch über Filterkaffee ist vor Kurzem erscheinen.

In den Niederösterreichischen Nachrichten ist heute ein Portrait über die Kaffeeexpertin erschienen, die den Titel «Master-Barista» trägt, selber röstet und in Wien die Vienna School of Coffee betreibt:

Bevor Wechselberger zum Kaffee gekommen ist, hat sie Motorräder repariert: «Ich hatte immer eine Leidenschaft für Dinge, die man reparieren kann.» Nach einiger Zeit kam ihr eine Espressomaschine unter, die sie wieder in Gang setzte. «Ab da war es um mich geschehen und ich habe mich immer mehr mit dem Thema Kaffee auseinandergesetzt.» 2006 gab sie ihren Job in einer Werbeagentur auf und eröffnete mit ihrem Ex-Mann ein Café in Wien. Doch der Erfolg blieb aus: «Ich könnte zehn Gründe aufzählen, warum man keinen Coffeeshop eröffnen sollte. Doch ich habe diese Erfahrung gemacht und möchte sie nicht missen. Sonst wäre ich wohl nicht da, wo ich jetzt bin.»