Manuel Fröhlich Know-How

Kaffee-Physik

Das Kaffeegetränk Latte macchiato, das aus Milchschaum und Espresso besteht, ist nicht nur bei Kaffeegeniessern sehr beliebt. Offenbar bietet es sich auch aus Studienobjekt für die Untersuchung von hydrodynamischen Prozessen an.

Macchiato

(Bildquelle: Wikipedia)

Die Wissenschaftszeitung Spektrum direkt erklärt, worum es geht. Espresso hat eine geringere Dichte als Milch. Der Espresso sollte sich deshalb eigentlich über der Milch sammeln. Tatsächlich passiert aber etwas anderes: Es bilden sich die charakteristischen Latte macchiato-Lagen. Warum das so ist, wird im Artikel Hydrodynamik im Kaffeeglas erklärt:

Sowohl Espresso als auch Milch kühlen an der Glaswand ab und sinken nach unten. Damit kommt eine Kreisbewegung, eine so genannte Konvektion, in Gang: Von der Mitte des Glases strömt warme Flüssigkeit zum Rand, die sich abkühlt, nach unten sinkt und so weiter. Der zusätzliche Einfluss der Konzentration auf die Dichte sorgt dafür, dass die Flüssigkeit nicht bis zum Boden des Glases absinkt, sondern dass sich eine vertikale Abfolge von Konvektionszonen ausbildet. Deren genaue Anzahl ist von den physikalischen Eigenschaften der Flüssigkeit abhängig. Die Konzentration von Espresso in den Schichten nimmt dabei von oben nach unten ab. Dadurch ergibt sich, von der Seite betrachtet, das charakteristische Bild. Da die Bewegung von zwei Faktoren, nämlich Temperatur- und Konzentrationsgefälle, angetrieben wird, spricht man auch von Doppeldiffusion oder doppeldiffusiver Konvektion.

Alles klar? Für vertiefte Latte macchiato-Studien finden Sie hier den ganzen Artikel (inklusive einer aufschlussreichen Illustration). An dieser Stelle sei nur noch das versönlichen Schlusswort des Hydrodynamik-Artikels zitiert:

Am Ende aller Konvektion und Doppeldiffusion bleibt ein physikalisch eher uninteressanter Milchkaffee, der zweifelsohne aber noch geschmacklich seine Reize hat.

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