Manuel Fröhlich Kaffee

Zu Besuch bei Illycafé Switzerland

In unregelmässigen Abständen produzieren wir unsere Kundenzeitung «Premium-News». Zur Zeit arbeiten wir an einer neuen Ausgabe – lesen Sie hier noch einmal einen Artikel der letzten Ausgabe über unseren Besuch bei Illycafé:

Die Schweizer Meisterröster

Mitten im Wohnquartier von Thalwil steht die Kaffeerösterei Illycafé. Die kleine Firma produziert Kaffee auf höchstem Niveau.

Ein intensiver Duft schlägt dem Besucher entgegen, betritt er das Fabrikgebäude von Illycafé in Thalwil. Mitarbeiter bereiten geschäftig die Auslieferung einer grösseren Sendung vor. Durch offene Türen tönen freundliche Stimmen am Telefon, Bestellungen werden notiert. Im Empfangszimmer stehen, aufgereiht in einer Linie, auf Hochglanz polierte Maschinen, die es, wie es scheint, kaum erwarten können, zu brauen und zu präsentieren, worum sich hier alles dreht: Den exquisiten Illycafé.

Schweizer Kaffee-Pioniere

Riccardo Seitz, der das Unternehmen zusammen mit Erich Isler in der zweiten Generation führt, kann seinen Stolz nicht ganz verbergen, während er auf die bewegte Geschichte des Unternehmens zurückblickt. Begonnen hat sie im Jahr 1939. Erste Inhaber der damaligen GmbH waren der Basler Carlo Seitz sowie Dr. Ernesto Illy und Roberto Hausbrandt aus Triest. Die beiden Triestiner brachten den Markennamen „Illy“ und das Patent für die Kaffeekonservierung mit in die Verbindung, dem Schweizer Seitz gelang es mit seinem Engagement, die Kaffee- und Espressokultur in der Schweiz massgeblich mitzuprägen.

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(Bild: Riccardo Seitz und Erich Isler, die beiden Geschäftsführer von Illycafé)

Als ein knappes halbes Jahr nach der Gründung der 2. Weltkrieg ausbrach, wurde die operative Tätigkeit eingestellt – bis 1950. Neun Jahre später folgte der Umzug nach Thalwil an das linke Ufer des Zürichsees. 1969 trat Mitbegründer Ernesto Illy aus der GmbH aus. Das Unternehmen wurde in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und behielt die Rechte an der Marke Illycafé für die Schweiz.

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(Bild: Kaffeelager von Illycafé)

Mensch statt Maschine

Für die Mischungen von IllyCafé werden sechs bis acht Rohkaffee-Sorten sorgfältig gemischt. Anschliessend beginnt – minutiös überwacht von den vier Röstmeistern der Firma – das Röstprozedere. Der Röstvorgang entscheidet über die Qualität des genussfertigen Kaffees. Eine Kaffeelese kann noch so hochwertig, die Mischungen noch so ausgewogen sein – erst das Geschick des Kaffeerösters erweckt die Qualitäten, welche in den Bohnen schlummern.

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(Bild: Illycafé Produktionsanlage)

Nach einem ausgeklügelten Dreiphasensystem werden die noch geschmacklosen grünen Bohnen auf 220 Grad Celsius erhitzt und wieder abgekühlt. Dabei werden die Bohnen leichter und grösser. Zucker und Proteine finden in aromatischen Verbindungen zusammen, über 800 flüchtige Aromastoffe beginnen sich zu entfalten. Der Röstvorgang dauert bei einer Temperatur von 170–220 Grad etwa 10–12 Minuten. Die Entscheidung über den Abschluss des Röstvorgangs fällt bei Illycafé – im Gegensatz zu industriellen Kaffeeröstereien – nicht der Computer alleine, sondern auch der Röstmeister. Gestützt auf seine jahrelange Erfahrung beurteilt er anhand von Farbton der Bohnen und dem „Kaffeeknistern“ (während des Röstvorgangs baut sich im Inneren der Bohnen ein Überdruck auf, die Bohnen werden brüchig, brechen auf und knistern) den optimalen Zeitpunkt für das Ende der Röstung.

Anschliessend wird das Röstgut mit Wasser und kalter Luft abgekühlt, um eine Überröstung der Bohnen zu verhindern. Im nächsten Schritt kommt die «Sortex»-Maschine zum Einsatz. Die moderne Qualitätsüberwachungsanlage prüft jede Kaffeebohne einzeln auf ihre Farbe und sortiert Bohnen, die zu schwach oder zu stark geröstet wurden, automatisch aus.

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(Bild: Die «Sortex»-Maschine)

Pro Tag werden bei Illycafé in Thalwil durchschnittlich 3 Tonnen Rohkaffee verarbeitet und innert 24 Stunden aromasicher verpackt. Dazu werden die gerösteten Bohnen mit Stickstoff begast und mittels eines raffinierten Einwegventils absolut luftdicht verschlossen. So ist der Kaffee mindestens ein Jahr haltbar.

Der Kaffeegenuss

Dass hier Menschen und nicht Maschinen den Ton angeben, zeigt sich spätestens, als der Rundgang durch die Produktionshallen endet und der Besucher sich im Empfangszimmer mit den glänzenden und blitzenden Kaffeemaschinen wieder findet. Nun darf probiert werden, was hier mit viel Liebe, Erfahrung, Traditionsbewusstsein und einem steten Streben nach Qualität entsteht. Was sich mit dem Öffnen der Türe, dem intensiven Kaffeeduft in der Luft, angekündigt hat, bestätigt sich: Eine grossartige Fülle feinster Aromen vereint sich zum perfekten Kaffeegenuss.

«Gourmet»-Serie von IllyCafé

Die «Grand Crûs»-Röstungen der «Gourmet»-Serie sind der Stolz des Unternehmens Illycafé. Für die Topröstungen werden hochwertige Kaffeebohnen von kleinen Plantagen aus Zentral- und Südamerika sowie aus Ostafrika gemischt und nach drei unterschiedlichen Rezepturen geröstet.

Zur Gourmet-Serie gehört zuerst Venezia, der Milde: Die eher helle Mischung – ideal für die Zubereitung von Café Crème und Caffè Lungo – vereint eine gute Bekömmlichkeit mit einem nachhaltigem Aroma. Napoli wiederum verströmt rassige, süditalienische Leidenschaft, so wie es Geniesser von einem Ristretto, Espresso oder Cappuccino erwarten. Der jüngste Spross der Gourmet-Serie heisst Milano. Er ist zwar intensiv im Geschmack und entspricht damit den Ansprüchen der Ristretto-Liebhaber. Sein Charakter ist aber – geprägt von einer feinen Säure und Anklängen von süssen Honigaromen – etwas dezenter und zurückhaltender.

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