Manuel Fröhlich Kaffee

Perfektion bis zum Exzess

Der deutsche Barista Matthias Lincke vertritt Deutschland an der diesjährigen Barista-Weltmeisterschaft in Tokio. Über 500 Trainingsstunden hat der Münchner bereits absolviert. Die Frankfurter Rundschau hat ihm beim Trainig über die Schultern geblickt. Ein kurzer Auszug (Quelle: FR-Online.de: Unter Dampf): 

Wie Kaffee schmecken könnte, präsentiert Lincke in einer Trainingspause. Konzentriert spannt er das Kreuz an, drückt die Finger durch und klopft das Sieb seiner Della Corte an der „Mahlkönig Grind on Demand K 30“ aus. Auf Knopfdruck spuckt die Mühle das Espressopulver aus. Den Mahlgrad hat er in jahrelanger Selbsterfahrung ermittelt – als Laie versteht man davon nur Bahnhof. Und um die Wassertemperatur zu bestimmen, benötigt er kein Thermometer. Es wird heiß, blubbert aber nicht. „Sonst wäre das Wasser bei hundert Grad“ – und damit zu heiß. Das Ergebnis duldet keinen Widerspruch:In der vorgewärmten Tasse unter einer goldfarbenen Crema ist ein schwarzbrauner Saft, der mehr nach bitterer Schokolade schmeckt als so manche bittere Schokolade selbst. Auch den Geschmack seines Kaffees hat Lincke sich selbst zusammengeschmeckt – in Experimenten mit verschiedenen Röststufen. Bei jeder schmeckt die Bohne, eine Arabica aus der brasilianischen Fazenda da Lagoa, anders. Perfektion bis zum Exzess.

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