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Moema Espresso Republic – Aufbau einer Kaffee-Marke

Ein Unternehmen der Kaffeebranche, das in Deutschland zur Zeit viel Aufmerksamkeit erhält, ist die frisch gegründete Moema Espresso Republic GmbH. Moema importiert Gourmet-Kaffee aus Brasilien, der im Anbauland geröstet wird. Bekannt wurde das Projekt Moema unter anderem durch das Gründungstagebuch der Wirtschaftswoche, in welchem die Gründer über Herausforderungen und bürokratische Hürden im Zusammenhang mit dem Aufbau eines Kaffee-Geschäfts berichteten.

Das deutsche Interview-Blog hat mit einem der Gründer von Moema ein Interview geführt, aus dem die folgenden Auszüge stammen. Zu Beginn ein Auschnitt, der uns doch etwas zum Schmunzeln gebracht hat. Was glauben Sie, welchen Job haben die drei Gründer von Moema früher gemacht?

Wir haben uns dann ein Wochenende auf eine Insel im Süden von Brasilien zurückgezogen, um Geschäftsideen für eine erfolgreiche Umsetzung in einem Workshop zu generieren. Hier sind 12 Erfolgsversprechende Geschäftsideen zusammengekommen, von denen jeder von uns jeweils vier übernommen hat und sie innerhalb von drei Monaten analysieren musste. Um eine optimale Vergleichbarkeit zu gewährleisten, haben wir Standard-Vorlagen und -Business-Pläne erstellt, die dann auf jede Geschäftsidee angewendet wurden. Nach einer gegenseitigen Präsentation der Geschäftsideen haben wir drei davon ausgesucht und nochmals zwischen uns drei aufgeteilt und für sechs Monate bis zum Exzess analysiert. Hier kamen Business-Pläne mit Hunderten von Seiten und Tausenden von Excel-Zeilen zusammen. Nach einer erneuten Präsentation war klar: Wir machen Gourmet-Espresso.

Die drei Gründer, ehemalige Unternehmensberater bei Roland Berger und AT Kearney, schritten dann, gut vorbereitet, zur Tat. Auf die Frage, was ihren Kaffee zu etwas besonderem mache, können wir eine erstaunliche Aussage zum Thema „Aromen-Transfer“ lesen:

Der „Brasil Pure Passion“ wird auf brasilianische Art mitteldunkel geröstet. Bei dem schonenden Trommelröstverfahren bleiben die Aromastoffe sehr gut in der Bohne enthalten, so dass sich nach der Zubereitung seine feinen, fruchtig-nussigen Geschmacksnuancen optimal entfalten. Denn die Edel-Arabica-Bohnen wachsen in der Nähe von Orangen- und Nussplantagen, wobei durch den organischen Austausch mit den Fruchtbaren Böden die fein-fruchtigen und nussigen Nuancen des Espressos entstehen.

Die Idee der Moema-Gründer ist aber auf jeden Fall sympathisch. Im Interview beschreiben sie diese folgendermassen:

Brasilien bietet sich als größtes Kaffeeproduzentenland der Welt geradezu an für einen florierenden Handel unterschiedlichster in Brasilien gerösteter Kaffeebohnen an. Leider schaffen es die dortigen lokalen Bauern und Röster nicht, Ihre hervorragenden Bohnen
geröstet auf dem Weltmarkt zu vertreiben. Immer wieder werden Sie gerade von deutschen und italienischen Kaffeeröstern – Länder, in denen nicht ein Kaffeestrauch wächst – geradezu gezwungen, Ihre Bohnen günstig da ungeröstet zu verkaufen. Der Markteintritt mit vor Ort gerösteten Bohnen bleibt Ihnen leider in der EU verwehrt. Dies war uns ein großer Dorn im Auge, da wir nach sechs Jahren Aufenthalt in Brasilien uns dieses Land und seine Leute ins Herz geschlossen hatten. Daher haben wir genau hier angesetzt. Wir wollten qualitativ sehr hochwertigen brasilianischen Espresso in Europa etablieren und somit Europa einen echten fair gehandelten Espresso präsentieren. Denn auch bei den fair gehandelten Kaffees, die derzeit vermarktet werden, verkaufen die lokalen Bauern nur grüne Bohnen. Die margenträchtige Röstung wollen die europäischen Röster nicht an die Anbauländer abgeben.

Lesen Sie das ganze Interview auf der Website Interview-Blog.de. Weitere Infomationen zum Moema-Projekt gibt es auf der Website der Moema Espresso Rebuplic.

Kommentare

  1. A. Claussen

    Ich habe den Espresso von Moema aufgrund Ihres berichts probiert. Er ist klasse! Wünsche den Gründern und dieser sympathischen Firma viel Erfolg mit ihrem fairer als fair trade modell!!

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